{"id":3586,"date":"2022-02-09T16:10:44","date_gmt":"2022-02-09T15:10:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kath-kirche-sangerhausen.de\/?page_id=3586"},"modified":"2022-11-10T02:36:26","modified_gmt":"2022-11-10T01:36:26","slug":"kleine-chronik-der-kath-pfarrei-in-sangerhausen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kath-kirche-sangerhausen.de\/index.php\/kleine-chronik-der-kath-pfarrei-in-sangerhausen\/","title":{"rendered":"Kleine Chronik der kath. Pfarrei in Sangerhausen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>1539<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Einf\u00fchrung der Reformation im Herzogtum Sachsen, zu dem Sangerhausen geh\u00f6rte, durch Herzog Heinrich in Dresden. Da das Kurf\u00fcrstentum Sachsen (Wittenberg) schon l\u00e4nger protestantisch war, erlosch damit in ganz Sachsen der Katholizismus. Dem Glaubenszwang folgend - cujus regio, eius religio -  mu\u00dften Katholiken ihre s\u00e4chsische Heimat verlassen oder zum Protestantismus konvertieren. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>1849<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Katholische B\u00fcrger bitten den Bischof von Paderborn darum, da\u00df zweimal im Jahr eine hl. Messe in Sangerhausen gefeiert werde. Der Bischof wiederum wendet sich an den Dechanten von Nordhausen mit der Bitte, einen Vikar damit zu beauftragen. <br>Ob tats\u00e4chlich Me\u00dffeiern in Sangerhausen stattfanden und wo, ist bisher nicht zu kl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1860<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Pfarrer der ein Jahr vorher gegr\u00fcndeten Missionspfarrei Eisleben, Anton Kemper, zelebriert am Pfingstfest die erste historisch belegbare hl. Messe nach der Reformation in Sangerhausen. Sie fand mit bisch\u00f6flicher Erlaubnis aus Paderborn in der evang. Jacobikirche statt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1861<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die (vermutlich) \u00f6stliche H\u00e4lfte der St. Marienkirche, zweit\u00e4lteste Kirche der Stadt und zuvor der kath. Gemeinde unentgeltlich als Gottesdienstst\u00e4tte angeboten, wird restauriert. Die Kosten bringen Graf Bochholtz-Asseburg auf Hinneburg und das Generalvikariat Paderborn auf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1862<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Mietvertrag f\u00fcr 30 Jahre unentgeltlicher Nutzung einer H\u00e4lfte der Marienkirche durch die kath. Gemeinde beginnt. In der anderen H\u00e4lfte der Kirche haben die Altlutheraner ihr Domizil.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1863 <\/strong>September<\/p>\n\n\n\n<p>Bf. Konrad Martin von Paderborn verspricht anl\u00e4\u00dflich einer Firmung in Sangerhausen die Anstellung eines Vikars in der Stadt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1864<\/strong> April \/ Mai<\/p>\n\n\n\n<p>Am 12. April wird Neupriester Julius Albers als Missionsvikar eingef\u00fchrt, einen Monat sp\u00e4ter die Missionspfarrei Sangerhausen offiziell errichtet. Die Gemeinde mu\u00df sich an der Finanzierung beteiligen, indem sie den Mietzuschu\u00df f\u00fcr den Vikar sowie die Kultuskosten f\u00fcr 5 Jahre \u00fcbernimmt. F\u00fcr denselben Zeitraum bringen F\u00f6rderer aus Paderborn das Vikarsgehalt auf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1880er Jahre<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Angsichts der 1892 auslaufenden Nutzung der Marienkirche bem\u00fchen sich mehrere Pfarrer um ein Grundst\u00fcck und um Bauplanungen f\u00fcr eine eigene Kirche. Der auch ins Auge gefa\u00dfte Erwerb der Marienkirche wird von der Stiftsinspektion in Sangerhausen abgelehnt. Daher kauft Pfr. Bergmann ein Grundst\u00fcck an der Ecke H\u00fcttenstra\u00dfe \/ Bahnhofstra\u00dfe und sondiert erste Bauplanungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1890<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeit dr\u00e4ngt, als Pfr. Borggrefe Ende August die Pfarrei \u00fcbernimmt. Im Dezember benachrichtigt er zweimal das General-vikariat in Paderborn davon, da\u00df er beabsichtige, das fr\u00fcher erworbene Grundst\u00fcck zu ver\u00e4u\u00dfern, da er mehrere g\u00fcnstigere und gr\u00f6\u00dfere Immobilien an der Hand habe. Von der Differenz wolle er den Kirchbau mitfinanzieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1891<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Da der Bischofsstuhl gerade vakant und keine Entscheidung zu erwarten ist, der Gemeinde aber nur noch ein Jahr Zeit bleibt f\u00fcr das gesamte Bauprojekt, erwirbt Pfr. Borggrefe kurz entschlossen das um die H\u00e4lfte gr\u00f6\u00dfere Grundst\u00fcck in der Mogkstra\u00dfe f\u00fcr 9.500 Mark auf seinen Namen (20. M\u00e4rz). Das andere Grundst\u00fcck hatte er wohl vorher f\u00fcr rund 28.000 Mark verkaufen k\u00f6nnen. <br>Trotz seines schnellen Handelns zieht sich das Verfahren zum Kirchbau hin. Am 8. Mai mahnt Pfr. Borggrefe brieflich zur Eile, da die Marienkirche sehr bauf\u00e4llg und ein Mann sogar verletzt worden sei. In diesem Brief teilt er dem Generalvikar auch mit, da\u00df er die neue Kirche dem Heiligsten Herzen Jesu weihen wolle. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach l\u00e4ngerer Sondierung entscheidet man sich schlie\u00dflich f\u00fcr die Bauplanung des Paderborner Di\u00f6zesanbaumeister Arnold G\u00fcldenpfennig, der am 11. Juli einen detaillierten Entwurf vorlegt und am 15. Oktober eine Baukostenplanung, die sich auf 47.504 Mark bel\u00e4uft. Bis zur kirchlichen Genehmigung der Auschreibung dauert es noch Monate.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1892<\/strong> 29. September Grundsteinlegung<\/p>\n\n\n\n<p>Vom 25. Februar datiert der ausf\u00fchrliche Kostenvoranschlag des Baugesch\u00e4fts Ferdinand Thate aus Sangerhausen, das auch den Zuschlag erh\u00e4lt. Nun zieht sich die Baugenehmigung durch den k\u00f6niglichen Landrat bis zum 27. September hin. Danach geht alles sehr schnell. Bereits zwei Tage sp\u00e4ter wird am Fest des heiligen Erzengels Michael der Grundstein gelegt, schon am 13. Dezember das Richtfest gefeiert. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>1893<\/strong> 19. August Bauabnahme<\/p>\n\n\n\n<p>Wenige Monate sp\u00e4ter, am 29. M\u00e4rz, ist die Kirche bereits im Rohbau fertiggestellt und es beginnen die Arbeiten an der Innenausstattung. Die Abnahme des gesamten Kirchbaus erfolgt am 19. August nach einer rekordverd\u00e4chtigen Gesamtbauzeit von zehneinhalb Monaten.  <br>Am Sonntag, 20. August 1893 benediziert Pfr. Borggrefe im Auftrag des Dechanten von Wei\u00dfenfels vorl\u00e4ufig die Kirche und feiert die erste hl. Messe, da der Paderborner Bischof erst im n\u00e4chsten Jahr die ferne preu\u00dfisch-s\u00e4chsische Provinz aufsuchen kann. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>1894<\/strong> 29. Mai Konsekration<\/p>\n\n\n\n<p>Der Paderborner Bischof Dr. Hubertus Simar konsekriert die neu erbaute Sangerh\u00e4user Kirche und weiht sie dem Heiligsten Herzen Jesu. Die Reliquien im Hochaltar stammen von den M\u00e4rtyrern Cosmas und Damianus.<br>Erw\u00e4hnt sei, da\u00df Bischof Dr. Simar w\u00e4hrend dieser Firmreise auch die zur selben Zeit erbauten Kirchen in Klostermansfeld und Hettstedt konsekrierte. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>1898<\/strong> 26. September Erhebung zur Pfarrei<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Betreiben des neuen Pfarrers Robert Heddergott erhebt Bischof Dr. Hubertus Simar mit Beurkundung vom 26. Sept. 1898 die Missionspfarrei Sangerhausen zur wirklichen Pfarrei. Bis zum 31. M\u00e4rz 1900 wurde auch die staatliche Best\u00e4tigung vollzogen und damit die Gr\u00fcndung einer eigenst\u00e4ndigen katholischen Pfarrei in Sangerhausen nach fast 50j\u00e4hrigen Bem\u00fchungen abgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1905<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Fr\u00fchjahr erh\u00e4lt nach zweij\u00e4hriger Planungs- und Bauphase die Kirche ihre erste Orgel. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>1909<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die junge Pfarrei verzeichnet nun 1.100 Mitglieder - 400 mehr als bei der Grundsteinlegung -, und weitere ca. 2.000 \u00fcberwiegend polnische Katholiken kommen in den Sommermonaten hinzu.<br>Im Fr\u00fchjahr wird Johannes Schreckenberg  als neuer Pfarrer in Sangerhausen eingef\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>1914<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Pfarrei feiert ihr 50-j\u00e4hriges Bestehen. Inzwischen bl\u00fcht das Gemeindeleben durch Gr\u00fcndung verschiedener Gruppen auf, die damals Vereine hie\u00dfen. So gibt es u. a. einen M\u00e4nnerverein, einen J\u00fcnglingsverein und  - eine \"Jungfrauenkongregation\". <\/p>\n\n\n\n<p><strong>1917<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bereits ein Jahr nach Vollendung der Kirche waren drei Bronzeglocken in den Turm eingezogen. Nun m\u00fcssen, keine zweieinhalb Jahrzehnte sp\u00e4ter, die beiden gr\u00f6\u00dften Glocken f\u00fcr R\u00fcstungszwecke abgegeben werden. Auch die Prospektpfeifen der Orgel werden eingeschmolzen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>1926-30<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In diesen Jahren des kurzen wirtschaftlichen Aufschwung der Weimarer Republik leistet sich auch die kath. Pfarrei einige Neuanschaffungen, z. T. um Kriegsverluste zu ersetzen. Anfang 1926 erhalten Kirche und Pfarrhaus elektrisches Licht, am Ende desselben Jahres vervollst\u00e4ndigen neue Prospektpfeifen die Orgel. Der Hochaltar wird renoviert (Juni 1930), und am 10. August 1930 k\u00f6nnen aufgrund gro\u00dfz\u00fcgiger Schenkungen zwei neue Bronzeglocken eingeweiht werden. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>1939-45<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bereits kurz nach Kriegsbeginn erreichen einige hundert Fl\u00fcchtlinge aus dem ger\u00e4umten Saargebiet, die meisten von ihnen Katholiken, die Sangerh\u00e4user Gemeinde und m\u00fcssen untergebracht werden. <br>1942 werden die beiden, erst vor 12 Jahren angeschafften gro\u00dfen Glocken wiederum eingezogen.<br>Kurz vor Kriegsende, am 22. Februar 1945, erfolgt der verheerendste Luftangriff auf Sangerhausen. Zwar trifft keine der Bomben direkt die Kirche, doch werden einige Wohnh\u00e4user in den umliegenden Stra\u00dfen zerst\u00f6rt. Ein Volltreffer im nahen Bahnhof bringt einen Munitionszug zur Explosion. Umherfliegende Steine und der Luftdruck besch\u00e4digen D\u00e4cher und Fenster vieler H\u00e4user. In der kath. Kirche gehen s\u00e4mtliche Fensterscheiben zu Bruch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1945-47<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach Kriegsende erreichen sehr viele Fl\u00fcchtlinge aus dem Osten auch Sangerhausen. Der Anteil der Katholiken erreicht zeitweise 20% der Stadtbev\u00f6lkerung - die h\u00f6chste Quote \u00fcberhaupt - und rund 10.000 Mitglieder. <br>Am 25. Janaur 1946 stirbt Pfarrer Heinrich Sch\u00fcth, der seit 1935 die Pfarrei in schweren Zeiten geleitet hat. Als einzigem wird ihm ein Grab auf dem Kirchengrundst\u00fcck zuteil, urspr\u00fcnglich in der Gr\u00fcnanlage zwischen Chor und Grundst\u00fccksgrenze, wenige Meter vom Scheitelpunkt des Chores entfernt.  <br>Es ist noch seinen Bem\u00fchungen zu verdanken, da\u00df bereits seit Sp\u00e4tsommer 1946 alle Kirchenfenster ersetzt werden k\u00f6nnen, beginnend mit den drei hohen Chorfenstern. Die Kosten tragen die Gemeinde und das Bonifatiuswerk. <br>Aufgrund einer pl\u00f6tzlichen Schneeschmelze im M\u00e4rz 1947 tritt die Gonna \u00fcber die Ufer und setzt das Kirchenschiff bis zu den Stufen des Altarraums unter Wasser. Der Kirchenboden senkt sich dadurch um 10-12 cm.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>...wird fortgesetzt<\/p>\n\n\n\n<p>(c) AW2022<\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1539 Einf\u00fchrung der Reformation im Herzogtum Sachsen, zu dem Sangerhausen geh\u00f6rte, durch Herzog Heinrich in Dresden. Da das Kurf\u00fcrstentum Sachsen (Wittenberg) schon l\u00e4nger protestantisch war, erlosch damit in ganz Sachsen der Katholizismus. 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