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Die Eisheiligen

Die Eisheiligen heißen nicht Langnese, Iglo und Dr. Oetker, sondern Mamertus (11.05.), Pankratius (12.05), Servatius (13.05.), Bonifazius (14.05.) und Sophia (15.05.). Sie waren Märtyrer bzw. Bischöfe im 3. bis 4. Jahrhundert.
Die Namen dieser und wer sie waren wissen die wenigsten, die Bauernregeln, welche mit ihnen verbunden werden, sind da schon bekannter:
Pankraz, Servaz, Bonifaz
machen erst dem Sommer Platz. oder
Vor Nachtfrost du nie sicher bist,
bis Sophie vorüber ist.
Die Eisheiligen selbst haben nichts mit dem Wetter zu tun, sondern nur der Termin ihrer Gedenktage. Allerdings müsste man nach dem jetzt geltenden gregorianischen Kalender (seit 1582) die Wetterregeln 10 Tage später anwenden. Wer aber waren diese Menschen?

11.Mai Mamertus
Der hl. Mamertus wurde um 400 in Gallien geboren und starb im Jahr 477.
Er stammte aus eine wohlhabenden gallorömischen Familie aus Lyon. Um 461 wurde er Bischof von Vienne. Der Überlieferung nach gebot er mit Gebet einer Feuerbrunst Einhalt, welche die ganze Stadt zu zerstören drohte. Ihm werden auch andere Wunder zugeschrieben.
Nach erheblichen Zerstörungen in seinem Erzbistum führte er drei Bittgänge ein, die heute noch an den Tagen vor Christi Himmelfahrt durchgeführt werden.
Er ist der Schutzpatron der Feuerwehrleute und Hirten und wird bei Dürre, Fieber und Brusterkrankungen angerufen.
Dargestellt wird Mamertus mit Mitra, Bischofsstab und einer brennenden Kerze.

12. Mai Pankratius
Pankratius (Der alles Beherschende) wurde um 290 als wohlhabender Sohn der römischen Bürger Cleonios und Ehefrau Cyriada geboren. Seine Eltern verstarben recht früh, und er wurde von seinem Onkel Dionysios aufgenommen. Zwischen 295 und 303 reiste dieser mit seinem Neffen nach Rom, um für einige Zeit auf den Familiengütern auf dem mons caelius / Monte Celio - einem der sieben Hügeln Roms - zu leben.
In der Nähe soll sich auch Bischof Caius aufgehalten haben - aus Angst vor der Christenvervolgung. Er bekehrte viele Menschen in seine Nähe, und so wurde auch Pankratius und sein Onkel nach einer 20-tägigen Unterweisung getauft. Dionysios starb kurz darauf und der Jüngling unterstützte mit dem ererbten Vermögen in Not geratene Christen. Aufgrund des Verfolgungsbefehls von Kaiser Diokletian wurde er verhaftet und sollte seinem Glauben abschwören. Da er aber standhaft blieb, wurde er zum Tode verurteilt und am 12. Mai 304 öffentlich enthauptet.
Die sterblichen Überreste barg die Senatorengattin Octavilla und trug sie zur Via Aurelia zu den dortigen Katakomben, wo sie eine Gruppe Gläubiger beisetzte.
Pankratius gilt als Patron der Ritter und Adeligen, deshalb wurden ihm zahlreiche Burgkapellen geweiht. Dargestellt wird er mit Ritterrüstung und Schwert oder in vornehmer Kleidung, mit Märtyrerkrone und Palme.

13.Mai Servatius von Tongern (der Gerettete)
Der Historie nach vermischen sich in seiner Gestalt zwei historische Persönlichkeiten.  Gregor von Tours schreibt von einem Servatius episcopus tungrorum (also Bischof von Tongeren), der um 450 starb, kurz vor dem Einfall der Hunnen in Europa. Dieser war wohl tatsächlich der erste Bischof im heutigen belgischen Tongeren. In seiner Heiligenlegende reiste dieser Servatius nach Rom, wo ihm in einer Erscheinung von Petrus der Hunneneinfall vorhergesagt wurde. Servatius reiste zurück, warnte die Bürger von Tongeren und starb kurz darauf.
Neuerdings sind diese Daten aber umstritten, manche Forscher sehen Servatius eher in der Mitte des 5. Jahrhunderts lebend. Die Servatius allgemein zugeschriebene Verlegung des Bischofssitzes nach Maastricht erfolgte erst später.
Zahlreiche Heilungen und Wunder werden von ihm berichtet. Als er predigte, erfüllte ihn der Geist und alle verstanden ihn in ihrer Muttersprache oder nach anderer Überlieferung habe Servatius die bedrohenden Hunnen unter Attila mit Steinwürfen abgewehrt.
Legenden erzählen, er sei mit einem Holzschuh erschlagen worden; andere berichten, dass Servatius, seinen Tod vorausfühlend, nach Maastricht ging, da er dort begraben werden wollte.
Dargestellt wird er mit Holzschuh, Schlüssel, Drache und Adler. Servatius ist auch Patron von Quedlinburg, der Tischler und Schlosser. Angerufen wird er gegen Fußleiden, Rheumatismus, Fieber, Todesfurcht, Frostschäden, Mäuse- und Rattenplagen und das Lahmen von Tieren.

14. Mai Bonifazius von Tarsus
Überlieferungen nach wurde Bonifatius in Rom geboren und starb wohl um 306 in der heutigen Türkei. Angeblich war er anfangs kein Christ, sollte aber christliche Reliquien aus Tarsus in der heutigen Türkei nach Rom überbringen.
Dort erlebte er mit, wie Christen verfolgt werden und ließ sich aus Empathie ebenfalls taufen. Er stand zu seinem Glauben und wurde schließlich dafür durch siedendes Pech hingerichtet. Nach seinem Tod wurde sein Leichnam nach Rom zurückgebracht. Sein Name bedeutet so viel wie “der gutes Geschick verheißende”.
Auf Darstellungen sieht man ihn meist als Jüngling oder Greis, der in siedendem Pech gemartert wird.

15. Mai Sophia von Rom 
war eine frühchristliche Märtyrerin des 4. Jahrhunderts, die um 304 während der Diokletianischen Christenverfolgung starb. Sie wurde auf dem Friedhof der Heiligen Gordianus und Epimachus bestattet. Sie hatte drei Töchter, viel mehr ist über sie nicht bekannt.

Papst Sergius II. ließ um 845 einen Teil der Reliquien unter dem Hochaltar der Kirche San Martino ai Monti beisetzen, während Bischof Remigius von Straßburg andere Reliquien ins Kloster Eschau brachte. Dargestellt wird dieheilige Sophia mit Palme und Buch, aber auch mit Trog und Schwert.
Eine Darstellung aus dem 15. Jahrhundert findet sich im Wiener Stephansdom.

Die Heiligenvita der hl. Sophia von Rom erscheint teilweise mit der der hl. Sophia von Mailand vermischt.